Unter einem teilweise bewölkten Himmel spazieren Menschen auf Wegen und über grasbewachsene Hügel an einer historischen Stätte unter freiem Himmel. Einige Besucher stehen auf den Hügelkuppen. Im Vordergrund sind ein Zelt und Absperrseile zu sehen.

Königsgräber der Wikinger in Uppsala


Es war einer dieser Tage an denen der schwedische Sommer sich von seiner besten Seite zeigt. Der Himmel über Uppsala war knallblau die Sonne brannte warm auf die Haut und die Luft roch nach frischem Gras altem Holz und dem leichten Duft von Wildblumen. Juni in Schweden das ist pure Magie. Die Sonne stand hoch und alles fühlte sich leicht an als wäre die Zeit für einen Moment stehengeblieben.

Wir hatten uns vorgenommen diesen Tag voll auszukosten: Gamla Uppsala mit seinen Königsgräbern das lebendige Wikingermuseum das farbenfrohe Vikings Festival und eine 10-Kilometer-Wanderung durch Tunåsen. Und dann war da noch dieser besondere Moment der Besuch eines Opfertischs auf einem privaten Grundstück in Gamla Uppsala den wir dank der Gastfreundschaft der Besitzer betreten durften.


Die Königsgräber von Gamla Uppsala

Unser erster Halt galt den Königsgräbern. Hier zwischen den sanften grasbewachsenen Hügeln liegen die Mächtigen der Wikingerzeit begraben. Die Erde unter den Füßen fühlte sich schwer an als trüge sie das Gewicht der Jahrhunderte. Die drei großen Grabhügel ragen still in den Himmel als wollten sie die Geschichten der Vergangenheit für immer bewahren. Keine prunkvollen Grabsteine keine überladenen Inschriften nur die schlichte ehrwürdige Präsenz der Geschichte.

Man stellt sich vor wie hier einst die Schiffe der Toten verbrannt wurden wie die Rauchfahnen in den blauen Himmel stiegen während die Menschen um die Flammen standen und Abschied nahmen. Die Stille hier ist fast greifbar. Kein Lärm keine Ablenkung nur das Rascheln des Windes in den Bäumen und das Gefühl mitten in einer anderen Zeit zu stehen. Respekt. Ehrfurcht.

Die Hügel sind beeindruckend zwischen 55 und 70 Meter im Durchmesser sieben bis elf Meter hoch. Sie sind deutlich größer als ähnliche Anlagen in Schweden und das aus gutem Grund. Hier sollen laut Mythologie und Volksglauben drei der alten schwedischen Könige des Ynglinger-Geschlechts begraben liegen. Manche Sagen ordnen die Gräber sogar den nordischen Göttern Thor Odin und Frey zu. Ob wahr oder nicht die Atmosphäre hier lässt keinen Zweifel daran dass dies ein Ort von großer Bedeutung war.


Das Gamla Uppsala Museum: Geschichte zum Anfassen

Nach den Königsgräbern ging es weiter zum Museum von Gamla Uppsala. Kein Ort für staubige Vitrinen oder langweilige Texte. Hier wird Geschichte lebendig. Die Ausstellungen führen den Besucher durch die Zeit der Wikinger zeigen Funde aus den Gräbern und erklären wie die Menschen hier lebten kämpften und starben. Besonders beeindruckend sind die Rekonstruktionen der Kleider und Waffen. Man sieht die handgefertigten Schilde die scharf geschliffenen Schwerter und die aufwendig bestickten Gewänder alles Nachbildungen dessen was einst hier getragen und benutzt wurde.

Ein Highlight sind die Funde aus den Bootsgräbern die 2018 entdeckt wurden. Die Ausgrabungen zeigen wie die Wikinger ihre Toten mit persönlichen Gegenständen manchmal sogar mit Tieren oder Menschenopfern bestatteten. Die Feuerbestattungen müssen so intensiv gewesen sein dass von den Beigaben oft nur noch Fragmente übrig sind. Doch selbst diese kleinen Überreste erzählen Geschichten von einem Leben das hart aber auch voller Respekt vor den Göttern und Ahnen war.


Vikings Festival: Ein Sprung zurück in die Vergangenheit

Das Vikings Festival war ein Erlebnis für sich. Schon von Weitem hörte man den Lärm der Menge das Klirren von Metall und das Knacken der Feuer. Überall Menschen in traditioneller Kleidung aus Wolle Leinen und Leder mit Pelzen und Schmuck der im Licht der Sonne glänzte. Handwerker zeigten ihr Können Schmiede die Messer und Schmuck herstellten Weberinnen die an ihren Webstühlen saßen und Köche die über offenen Feuern Brot und Fleisch zubereiteten. Der Geruch von Rauch gebratenem Fleisch und frischem Brot lag in der Luft.

Man mischte sich unter die Menge sprach mit einigen Handwerkern und probierte ein Stück Brot aus einem Lehmofen. Das Brot war schwer fast dunkel mit einem herzhaften Geschmack der an die einfache aber nährstoffreiche Ernährung der Wikinger erinnerte. Einfach, ehrlich. Genau wie das Leben hier vor über tausend Jahren gewesen sein muss.

Es war als hätte die Zeit für einen Moment aufgehört zu existieren. Kein Handy kein Lärm keine Hektik nur das Hier und Jetzt das sich anfühlte wie ein direkter Sprung in die Vergangenheit.


Der Opfertisch in Gamla Uppsala

Nach dem Festival führte der Weg zu einem ganz besonderen Ort ein privates Grundstück in Gamla Uppsala auf dem ein alter Opfertisch steht. Ein Ort der normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Doch dank der Gastfreundschaft der Besitzer durften wir ihn betreten und uns umsehen. Der Tisch aus wettergegerbtem Holz stand im Schatten alter Bäume und erzählte stumm von Ritualen und Opfergaben die hier einst dargebracht wurden.

Es war ein seltsames fast ehrfürchtiges Gefühl an einem solchen Ort zu stehen. Keine Touristen keine Hektik keine Erklärungen auf Schildern nur die Stille und das Wissen dass hier vor Jahrhunderten Menschen ihre Ehrfurcht vor den Göttern zeigten. Die Luft roch nach Erde und altem Holz und für einen Moment konnte man sich vorstellen wie hier einst die Menschen zusammenkamen um den Göttern ihre Gaben darzubringen. Ein Moment der unter die Haut geht und lange nachhallt.


Die 10-Kilometer-Wanderung durch Tunåsen

Nach den Eindrücken des Vormittags war es Zeit für Bewegung. Man machte sich auf den Weg zu einer 10-Kilometer-Wanderung durch Tunåsen. Der Pfad schlängelte sich durch den Wald vorbei an moosbewachsenen Felsen und kleinen Bächen deren Wasser klar und kühl im Licht der Nachmittagssonne glitzerte. Die Natur hier ist unberührt fast heilig.

Die ersten Kilometer führten durch dichten Wald in dem das Licht der Sonne nur in Streifen durch die Blätterkronen drang. Das Rascheln der Blätter das Knacken von Ästen unter den Füßen und das gelegentliche Zwitschern eines Vogels waren die einzigen Geräusche. Es war als würde die Natur atmen tief ruhig und voller Leben.

Nach etwa der Hälfte der Strecke öffnete sich der Wald zu einer Lichtung von der aus man einen weiten Blick über die sanften Hügel und Täler der Umgebung hatte. Hier machte man eine kurze Pause trank Wasser und genoss die Stille. Die Sonne stand jetzt tiefer und das Licht war weicher als würde es die Landschaft in ein warmes goldenes Licht tauchen.

Der weitere Weg führte durch offeneres Gelände wo man auf alte Steine und kleine Hügel stieß die vielleicht einst als Grenzmarkierungen oder sogar als Grabstätten gedient hatten. Die Vorstellung dass man hier auf den Spuren alter Kulturen wanderte machte die Wanderung noch besonderer.

Als man schließlich Tunåsen erreichte war man müde aber zufrieden. Die Anstrengung hatte sich gelohnt. Die Aussicht von hier oben war atemberaubend eine weite grüne Landschaft die sich bis zum Horizont erstreckte unterbrochen nur von den dunklen Silhouetten der Wälder.


Die alte Holzkirche auf dem Friedhof

Unser letzter Stopp an diesem langen aber erfüllten Tag war die alte Holzkirche auf dem Friedhof von Gamla Uppsala. Das Holz der Kirche war dunkel fast schwarz von der Zeit und dem Wetter gezeichnet. Die Wände waren von Moos und Flechten überwuchert was dem Gebäude einen fast mystischen Charakter verlieh.

Es war ein Ort des Friedens der Andacht und der Verbindung zu den Menschen die hier vor uns waren. Ein Ort an dem man zur Ruhe kommt und nachdenken kann über das Leben die Geschichte und die eigene Stelle in dieser großen weiten Welt.


Fazit: Ein Tag der bleibt

Uppsala im Juni ist mehr als nur eine Stadt. Es ist ein Ort an dem die Vergangenheit lebendig wird. Die Königsgräber das Museum das Vikings Festival der Opfertisch in Gamla Uppsala und die 10-Kilometer-Wanderung durch Tunåsen all das hat tief beeindruckt.

Es war ein Tag an dem man die Geschichte nicht nur gesehen sondern gefühlt hat. Ein Tag an dem die Natur die Kultur und die Stille Schwedens einen voll und ganz eingenommen haben. Und das ist es was Reisen so besonders macht diese Momente in denen man sich mit der Vergangenheit verbunden fühlt und gleichzeitig die Schönheit der Gegenwart genießt.


Praktische Informationen

Website Gamla Uppsala Museum

Öffnungszeiten Bitte auf der offiziellen Webseite prüfen. Das Museum hat individuelle Öffnungszeiten während der Sommermonate.

Anreise Gamla Uppsala ist gut mit dem Auto oder dem Fahrrad erreichbar. Genauere Anfahrtsbeschreibungen finden sich auf der Website. Die 10-Kilometer-Wanderung durch Tunåsen startet in der Nähe der Königsgräber und ist gut ausgeschildert.

Eintrittspreis

  • Kinder 0–19 Jahre: Freier Eintritt
  • Studierende und Senioren: 120 SEK
  • Erwachsene: 150 SEK

Auf der Webseite sind viele gesonderte Veranstaltungen aufgeführt hier kann der Eintrittspreis variieren.


Eine Frage an euch

Habt ihr schon einmal Gamla Uppsala besucht Oder wart ihr vielleicht sogar schon einmal bei einem Vikings Festival Erzählt uns in den Kommentaren von euren Erfahrungen!


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